Oberboihinger Trinkwasser unterliegt großen Schwankungen bei der Wasserhärte
Nach der Trinkwasserverordnung muss das Oberboihinger Trinkwasser pro Jahr vier Mal routinemäßig auf Verunreinigungen wie Coliforme Bakterien, E. Coli, Koloniezahlen bei 22 und
36° C, Enterokokken und Clostridien untersucht werden. Die Gemeinde Oberboihingen lässt aus Sicherheitsgründen sogar acht Proben nehmen, nämlich je zwei Proben im Quartal an verschiedenen Entnahmestellen. Hinzu kommt noch die jährliche periodische Untersuchung mit dem Grundmessprogramm. 20110 waren wieder sämtliche vom Zentrallabor der EnBW analysierten Proben nicht zu beanstanden.
Um diese Reinheit sicherzustellen wird dem Eigenwasser in geringfügigen Mengen Chlor zugegeben. Dieses verschwindet auf dem Weg zum Verbraucher fast vollständig. Es ist selten, dass ein Chlorgeruch beim Aufdrehen des Wasserhahns noch wahrgenommen wird. Wenn dies hin und wieder der Fall sein sollte, ist das gesundheitlich völlig unbedenklich, denn die Menge ist sehr gering. Auch der morgendliche Kaffeegenuss wird dadurch nicht beinträchtigt, denn das Chlor verflüchtigt sich vollends durch die Erhitzung des Wassers.
Die Urankonzentration im Rohwasser (Brunnen) lag mit 1,6 µg/l ebenfalls wesentlich unter dem empfohlenen Grenzwert von 10 µg/l. Oberboihingen liegt nicht in einem Risikogebiet. Die Prüfergebnisse erhalten Sie hier ...
Die Gemeinde fördert aus dem Grundwasserbrunnen beim Sportplatz pro Jahr ca. 205.000 cbm Eigenwasser. Hinzu kommen noch ca. 48.000 cbm (19 %) Bodenseewasser, das im Hochbehälter beim Friedhof mit dem Eigenwasser gemischt wird.
Das Bezugsrecht bei der Bodensee-Wasserversorgung dient der Sicherstellung der Wasserversorgung bei etwaigen Verunreinigungen des Brunnens und der Qualitätsverbesserung.
Da die Hauptleitung vom Brunnen zum Hochbehälter nicht vom Ortsnetz getrennt ist, ändert sich je nach Verbrauch das Mischungsverhältnis beim Endverbraucher ständig. Und aus diesem Grund schwankt auch der Härtegrad des Mischwassers. Das Eigenwasser hat einen Härtegrad von ca. 3,84 Millimol Calciumcarbonat je Liter bzw. 21,5° dH (deutsche Härte) nach alter Bezeichnung und das Bodenseewasser von ca. 1,6 Millimol Calciumcarbonat oder 9° dH. Der Härtegrad des Mischwassers müsste somit bei ca. 3,21 – 3,75 Millimol Calciumcarbonat oder 18 bis 21°dH liegen und ist dem Härtebereich "hart" gemäß dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz zuzuordnen. Diese Zahl ist wichtig für die Dosierung des Wasch- und Spülmittels – siehe Angaben auf den Verpackungen!
Bei den letzten Probenahme 2011 im Kindergarten Kirchrain wurden nur 2,41 und 2,79 Millimol bzw. 13,6° und 15,7° dH gemessen, am Bauhof beim Neckar dagegen 4,07 Millimol bzw. 22,9° dH!.
Durch weitere Messungen wurde festgestellt, dass die Schwankungen im Ortsnetz doch größer sind als bisher vermutet. Es können deshalb zur Wasserhärte im jeweiligen Gebiet keine genauen Angaben gemacht werden. Bitte orientieren Sie sich an den vorgenannten Angaben!
Härtebereiche neu
- weich weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (8,4°dH)
- mittel 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (8,4 bis14°dH)
- hart mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (über 14°dH)
Der Pro-Kopf-Verbrauch einschl. Gewerbe lag 2011 unverändert bei 41 cbm / Jahr oder 112 Liter / Tag.
2011 ergab sich, insbesondere durch Rohrbrüche, ein Wasserverlust von ca. 24.500 cbm (9,7 %). 1995 z. B. lag dieser noch bei ca. 70.000 cbm (23 %). Man kann über diesen größeren Vergleichzeitraum erkennen, dass sich die Erneuerungen der Wasserleitungen in vielen Ortsstraßen bezahlt machen und zudem deutlich weniger Wasser aus dem Grundwasser entnommen werden muss.
Die Gemeindeverwaltung bemüht sich zusammen mit den Mitarbeitern des Bauhofs, insbesondere Wassermeister Josef Albert, die Wasserverluste so gering wie möglich zu halten.
Wichtig ist, dass ein Rohrbruch schnell aufgespürt werden kann!
Dazu brauchen wir Ihre Mithilfe! Bitte teilen Sie der Gemeindeverwaltung mit, wenn Sie verdächtige Wahrnehmungen machen.
Ein Rauschen oder Pfeifen ist deutlich hörbar, wenn man ein Ohr an die Hauptleitung bei der Wasseruhr im Keller legt. Vielleicht sind aber auch feuchte Stellen an Kellerwänden, auf Grundstücken oder Wegen und Straßen aufgefallen, die sonst bei trockener Witterung nicht auftreten.
Sie helfen mit Ihrer Mitwirkung der Allgemeinheit Kosten zu sparen, damit die Wassergebühr auf dem derzeitigen niedrigen Niveau bleiben kann.
Und dafür sollen Sie belohnt werden: Wer einen Rohrbruch meldet, erhält dafür eine Prämie von 25 Euro.
(Tel. Bereitschaft Wasserrohrbruch 0172 / 7643813)
Weitere Fragen zum Trinkwasser beantwortet Ihnen gerne Herr Franz, Tel.-Nr. 60 00 - 14.
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