Allmerbrünnele
Wo sich Wald, Wasser und Wege begegnen
Welche Funktionen hat der Wald?
Nutzfunktion: Holz ist ein vielseitiger und CO2-neutraler Rohstoff, der bei einer nachhaltigen Nutzung dauerhaft zur Verfügung steht. Durch das bereits seit über 300 Jahren praktizierte Prinzip der Nachhaltigkeit wird sichergestellt, dass nicht mehr Holz genutzt wird als in den Wäldern nachwächst. Weitere Produkte des Waldes sind Wildfleisch, Beeren, Pilze und Kräuter.
Schutzfunktion:
Lebensraum: Der Wald ist Lebensraum für unzählige Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Von allen Landlebensraumtypen beherbergt der Wald die meisten Arten. Rund 4.300 Pflanzen und Pilzarten und mehr als 6.700 Tierarten leben in unseren mitteleuropäischen Buchenwäldern.
Bodenschutz: Wald verhindert den Bodenabtrag durch Wasser und Wind. Die starke Durchwurzelung des Waldbodens verhindert in Hanglagen Steinschlag und Bodenrutschungen. Alle Wälder in Steillagen erfüllen daher Bodenschutzfunktion.
Wasserschutz:Wald leistet einen erheblichen Beitrag zum Wasserhaushalt. Der Waldboden speichert große Mengen von Wasser und verhindert bzw. minimiert dadurch den Oberflächenabfluss. Ist seine Speicherfähigkeit erschöpft, so fließt das Wasser, durch den Boden gefiltert, ab und erhöht das erfassbare Grundwasserangebot.
Ein Kubikmeter Waldboden speichert bis zu 400 Liter Wasser. Schmelz- und Regenwasser versickern langsam und werden durch die gute Filterleistung des Bodens zu sauberem Grundwasser, das zum Trinken meist nicht mehr aufbereitet werden muss.
Temperaturausgleich:Der Wald gleicht Temperaturschwankungen aus, erhöht die Luftfeuchtigkeit und steigert die Taubildung. Durch die geringere Sonneneinstrahlung und höhere Luftfeuchte im Wald, sind die Lufttemperaturen im Sommer dort meistens niedriger als im freien Land. Es können Unterschiede von 3° bis 6°C gegenüber dem Freiland und 4° bis 8°C gegenüber von Städten eintreten. Große zusammenhängende Waldflächen in der Nähe von Städten bewirken infolge der Temperaturunterschiede einen ständigen Luftaustausch. Dadurch gelangt reine und qualitativ bessere Luft in die Stadt.
Erholungsfunktion: Der Wald wird von den Erholungssuchenden am stärksten als ursprüngliche Natur empfunden. Er bietet Ruhe, Entspannung und ein günstiges Erholungsklima. Die Waldluft ist nachweislich gesund, daher gehen viele Menschen „Waldbaden”. Aber auch für sportliche Aktivitäten wird der Wald in verstärkten Maßen aufgesucht. In Baden-Württemberg sind täglich rund 2 Millionen Menschen in den Wäldern unterwegs.
Was bedeutet nachhaltige Forstwirtschaft?
Im Rahmen der Forstwirtschaft werden unsere Wälder gepflegt und weiterentwickelt. Als Grundlage für die Arbeit der Försterinnen und Förster dienen aktuelle wissenschaftliche Daten wie Standortsfaktoren, Klimaszenarien oder Baumarteneignungskarten. Anhand der verschiedenen Faktoren wird entschieden, welche Bäume zur Förderung des verbleibenden Waldbestandes oder zur Sicherung der zukünftigen Waldgeneration entnommen werden.
Eine Förderung von Mischbaumarten wie Eiche, Linde, Ahorn, Elsbeere, Hainbuche, Erle und anderer Baumarten steht im Vordergrund geplanter Forstarbeiten. Die weitere Förderung von Mischwäldern ist Teil der Risikominimierung in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels. Je mehr Baumarten in einem Wald vertreten sind, desto eher können die Waldfunktionen, die Nutz, Schutz- und Erholungsfunktion, beim Ausfall einer oder mehrerer Baumarten, wie zum Beispiel beim Eschentriebsterben, dauerhaft erfüllt werden.
Was wächst und lebt in unseren heimischen Wäldern?
Die Region rund um Oberboihingen liegt im Übergangsbereich zwischen dem Vorland der Mittleren Schwäbischen Alb und dem Neckartal – ein Gebiet mit großer ökologischer Vielfalt.
Zur typischen Flora gehören Rotbuche, Stieleiche, Waldmeister, Buschwindröschen, Lerchensporn, Farnarten und Moose.
Zur heimischen Tierwelt zählen Reh und Wildschwein, Rotfuchs,Dachs, Spechte und Waldkauze. Auch Feuersalamander kann man antreffen und sich an der Insektenvielfalt aus Schmetterlingen, Wildbienen und Käfern erfreuen.
Was ist das Besondere im Bereich Allmerbrünnele?
Der Wald speziell um das Allmerbrünnele, genannt Rübholz, weist eine große Baumartenvielfalt von hoher Qualität im Sinne der Forstwirtschaft auf. Östlich des Allmerbrünnele erstreckt sich ein hochwertiger Buntlaubholzbestand, der aufgrund seiner hohen Qualität zur Ernte von Forstsamen der Baumarten Bergahorn und Linde freigegeben ist.
Die Fauna im Rübholz unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von den umliegenden Wäldern.
Beim Rehwild gibt es allerdings seit Jahrzehnten die Besonderheit, dass immer wieder weiße Rehe, sogenannte Albinos zu sehen sind.
Quelle: ForstBW



